Über DOSIMIRROR werden täglich Werte eingegeben. Diese einzelnen Werte können für jede Frage im Zeitablauf dargestellt werden und liefern so bereits erste Ergebnisse. Man kann sich also als erste Auswertungsebene zunächst die Verläufe der Eingaben anschauen. Dabei können bestimmte Muster identifiziert und als Basis für die Interpretation und die Entwicklung von Ansatzpunkten für Interventionen herangezogen werden:

  • Sind die Werte konstant negativ (oder positiv oder „mittelmäßig“)?
  • Gibt es Trends (nach oben oder unten)? Werden die Werte „schlechter“ oder „besser“?
  • Gibt es Trendumkehrungen? Sind irgendwann Höhepunkte oder Tiefpunkte erreicht?
  • Gibt es Einzelwerte, die von der Grundtendenz abweichen? Also besonders schlechte oder gute Tage.

Generell muss man sich bei der Interpretation immer die Frage stellen: Woran liegt das?

  • Warum war es ein schlechter Tag?
  • Was hat dazu beigetragen, dass man aus einem „Tief“ herausgekommen ist?
  • Warum werden die Werte seit dem Tag X schlechter (oder besser)?

Die Antworten auf die Fragen sind immer die ersten Hinweise auf eine Handlungsmöglichkeit. Wenn also beispielsweise ein Teilnehmer aus seinem „Tief“ herausgekommen ist, weil er angefangen hat, Sport zu treiben oder das erste Mal mit seinem Chef über seine Probleme geredet hat, dann kann man ihn darin bestärken, das weiter so zu machen. Umgekehrt: Wenn der Teilnehmer sagt, dass seine Werte seit dem Tag schlechter geworden sind, als er angefangen hat, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, sollte man ihm raten, wieder den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Die Beispiele sollen zeigen: Die Gründe können sehr individuell sein und sollten nachgefragt werden. Sonst bleibt man an der Oberfläche.

Wichtig ist auch die Beachtung von Wochenzyklen. Wir finden oftmals Effekte des Wochentages: Montags fällt den Teilnehmern oft die Arbeit sehr schwer, weil sie aus dem Wochenende kommend noch nicht an Arbeit gewöhnt sind. Freitags haben viele Zeitdruck, weil sie vor dem Wochenende noch einiges erledigen wollen. Vielleicht ist manchmal der Mittwoch anstrengend, weil dann besondere Arbeiten anstehen oder Lieferungen kommen, oder der Donnerstag ist immer entspannt, weil der Chef dann aus dem Haus ist.

Die Effekte der Wochenzyklen sollten unbedingt analysiert werden, denn hier gibt es oftmals einfache Ansatzpunkte, die Belastung zu reduzieren, z.B.

  • So kann manchmal eine Umverteilung der Arbeit auf andere Wochentage Abhilfe schaffen.
  • Man kann sich auf besonders schwere Arbeitstage durch Entspannung und Regeneration vorbereiten.
  • Man kann durch ein gutes Zeitmanagement Spitzenbelastungen abbauen.

Wie immer bei DOSIMIRROR sind aber die Ansatzpunkte individuell und müssen gemeinsam mit den Teilnehmern erarbeitet werden. Generell sind aber immer zwei Fragen zu stellen:

  1. Können die Belastungen reduziert werden?
  2. Können die Ressourcen gestärkt werden, um besser mit den Belastungen umgehen zu können?